Entwicklung eines neuartigen Knochenaufbaumaterials

In Kooperation mit der Universität Rostock wurde ein neuartiges Knochenaufbaumaterial entwickelt, dass das anorganische Grundgerüst des Knochens ersetzt.

Entzündungen, operative Entfernung eines Tumors oder Unfälle können den Knochen schädigen. Wenn diese Knochenlücken nicht rechtzeitig behandelt und aufgefüllt werden, wächst dort Bindegewebe nach. Dadurch können mechanische und funktionelle Einschränkungen entstehen. Um dies zu verhindern, werden diese Lücken bis heute häufig mit körpereigenem Knochen aufgefüllt, der beispielsweise aus der Hüfte entnommen wird. Damit ist für den Patienten eine zusätzliche belastende Operation verbunden.

Anorganische Biomaterialien als Knochengrundgerüst

Alternativ dazu können in den geschädigten Knochen anorganische Biomaterialien eingesetzt werden, welche ein Gerüst für das wieder nachwachsende Gewebe bilden. Bislang verwendete Knochenersatzmaterialien werden nicht in diese Umbauprozesse einbezogen.

Zusammen mit der Universität Rostock konnte ein neuartiges Knochenaufbaumaterial entwickelt werden, dass das anorganische Grundgerüst des Knochens ersetzt. Dieses neuartige Material wird mit derselben Geschwindigkeit abgebaut, in der neuer Knochen entsteht. Dabei wird die körpereigene Knochenbildung durch das Material aktiv stimuliert.

Dieses neuartige Knochenaufbaumaterial in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg seit Januar 2006 mit großem Erfolg als Alternative zu einer Knochentransplantation eingesetzt.