Forschung

Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg ist akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE). Dementsprechend pflegen wir neben der Lehre auch in der Forschung eine enge Kooperation. Ebenso kooperieren wir in der Forschung mit dem Institut für Radiobiologie der Bundeswehr in München und weiteren zivilen Kliniken.

Das Bundeswehrkrankenhaus nimmt an multizentrischen Studien teil.

Die Teilnahme an den genannten Studien ist für alle Patienten freiwillig möglich. Natürlich erfolgt die Therapie der meisten Patienten außerhalb von Studien.

Alle Studien unterliegen hohen Ansprüchen in Bezug auf die Patientensicherheit. So sind die Ansprechpartner/Studienleiter besonders ausgebildet. Das Wissen der „Guten wissenschaftlichen Praxis“ wurde von den Studienleitern im Rahmen von externen Kursen und Prüfungen angeeignet und nachgewiesen. Die Patientensicherheit wurde für alle Studien durch die Ethikkommission der Ärztekammer Hamburg geprüft und durch ein positives Votum bestätigt.

 

Hier finden Sie einen kurzen Überblick über aktuelle Forschungsvorhaben unserer Klinik:

Diagnostik des Metastasierungsstatus anhand der Genexpression im testikulären Primärtumor

Die Computertomographie (CT) gilt als Goldstandard in der Bestimmung des Metastasierungsstatus beim Hodentumor. Metastasen werden als Raumforderung erkannt. Mikrometastasen in Lymphknoten können, bei fehlender Größenzunahme, bildgebend nicht von nicht metastasierten Stadien unterschieden werden. Etwa 30 % der Patienten im nicht metastasierten Stadium weisen eine Mikrometastasierung auf. Ein Erkennen der Mikrometastasen ist bis zum heutigen Tag nicht möglich. Ziel ist es, den Metastasierungsstatus nicht nur durch die Computertomographie erkennen zu müssen, sondern zusätzlich ein Genexpressionsmuster als ergänzende Diagnostik zu bestätigen. Dazu wird an so genanntem Überschussmaterial (ein geringer Teil des Tumor- und Normalgewebes, das im Rahmen der Operation entfernt wird) die Expression bestimmter Gene gemessen, um eine Assoziation von Genexpression und Metastasierung darzustellen.

Das Projekt wird vom Bundesministerium der Verteidigung finanziell unterstützt.

 

Micro-RNA-Nachsorge-Studie

Testikuläre Keimzelltumoren sind die häufigste Neoplasie bei jungen Männern zwischen 15 und 40 Jahren. Obwohl die Erkrankung gut therapierbar ist, treten Rezidive häufig auf, vor allem bei
Patienten im klinischen Stadium 1 bei denen eine aktive Überwachung ohne adjuvante
Chemotherapie durchgeführt wird).  In der Nachsorge dieser Patienten werden Computertomographie bzw. MRT, sowie die klassischen Keimzelltumormarker AFP, bHCG und LDH eingesetzt, um mögliche Rezidive frühzeitig zu erkennen. Diese Verfahren weisen jedoch Nachteile auf, da sie den Patienten Strahlung aussetzen (Computertomographie) oder eine geringe Sensitivität
für die Rezidiv-Erkennung aufweisen (klassische Keimzelltumormarker). Daher ist es wichtig,
neue Verfahren zur Früherkennung von Rezidiven bei Patienten mit testikulären
Keinzelltumoren zu evaluieren.
In den letzten Jahren wurde die microRNA miR-371a-3p als Serum-Biomarker für die Primärdiagnose von testikulären Keimzelltumoren etabliert. Zudem konnte bei einer kleinen Anzahl an Fällen auch
gezeigt werden, dass der Marker zuverlässig Rezidive erkennt, in manchen Fällen lange
bevor diese anderweitig klinisch diagnostizierbar waren.
Ziel des Projektes ist, den Nutzen der miR-371a-3p als Marker für Rezidive von testikulären
Keimzelltumoren im klinischen Stadium 1 unter aktiver Überwachung (active surveillance) in
einer prospektiven Langzeitstudie zu evaluieren.

 

Beendete Studien:

 

Micro-RNA-Studie

Testikuläre Keimzelltumoren sind die häufigste Neoplasie bei jungen Männern zwischen 15 und 40 Jahren. Obwohl die Erkrankung gut therapierbar ist, treten Rezidive häufig auf, vor allem bei Patienten bei denen zu Gunsten einer aktiven Überwachung auf adjuvante Chemotherapie verzichtet wird. In den letzten Jahren wurde die microRNA miR-371a-3p als Serumbiomarker für die Primärdiagnose von testikulären Keimzelltumoren etabliert. Zudem konnte bei einer kleinen Anzahl an Fällen auch gezeigt werden, dass der Marker zuverlässig Rezidive erkennt, in manchen Fällen lange bevor diese anderweitig klinisch diagnostizierbar waren. Es ist daher das Ziel dieses Projektes den Nutzen der miR-371a-3p als Marker für Rezidive von testikulären Keimzelltumoren in einer prospektiven Langzeitstudie zu evaluieren.

NSR – Studie: Nationale Seminom Registerstudie

Die Nationale Seminom Registerstudie dient der Erfassung und strukturierten Nachsorge bei Seminomen im klinischen Stadium I. Die Studie nimmt keinen Einfluss auf die möglichen Therapieentscheidungen, sondern erfasst diese lediglich. Dokumentiert werden zusätzlich die Ergebnisse der Nachsorgen, welche die Patienten wie gewohnt bei ihrem niedergelassenen Urologen durchführen können. Das bringt für die Patienten eine erhöhte Sicherheit, da sie anhand des Nachsorgeheftes immer sehen können, wann die nächste Nachsorge ansteht. Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg hat die meisten Patienten in diese Studie eingeschlossen.