Forschung

Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg ist akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE). Dementsprechend pflegen wir neben der Lehre auch in der Forschung eine enge Kooperation. Ebenso kooperieren wir in der Forschung mit dem Institut für Radiobiologie der Bundeswehr in München und weiteren zivilen Kliniken.

  • Das Bundeswehrkrankenhaus nimmt an multizentrischen Studien teil.
  • Die Teilnahme an den genannten Studien ist für alle Patienten freiwillig möglich. Natürlich erfolgt die Therapie der meisten Patienten außerhalb von Studien.
  • Alle Studien unterliegen hohen Ansprüchen in Bezug auf die Patientensicherheit. So sind die Ansprechpartner/Studienleiter besonders ausgebildet. Das Wissen der „Guten wissenschaftlichen Praxis“ wurde von den Studienleitern im Rahmen von externen Kursen und Prüfungen angeeignet und nachgewiesen. Die Patientensicherheit wurde für alle Studien durch die Ethikkommission der Ärztekammer Hamburg geprüft und durch ein positives Votum bestätigt.

Unsere aktuellen Forschungsvorhaben im Überblick:

Micro-RNA-Residualtumor-Studie

Testikuläre Keimzelltumoren sind die häufigste Neoplasie bei jungen Männern zwischen 15 und 40 Jahren. Die Therapie ist in evidenzbasierten Leitlinien niedergelegt. Unsicherheiten bestehen heute noch bei der Beurteilung der Dignität von Residualtumoren nach Chemotherapie, i.e. Tumorherde, die nach Chemotherapie noch nachweisbar sind. Eine Vorsage der Dignität ist aufgrund radiologischer Methoden nicht möglich. Die RTR wird bei Nichtseminom-Patienten angewendet und ist eine aufwändige und komplikationsbehaftete Operation. Beim Seminom mit Resttumoren >3cm wird häufig eine PET/CT Untersuchung zur Dignitätsabklärung durchgeführt. Wenn es einen Marker gäbe, der die Dignität besser vorsagen könnte als die radiologischen Methoden, dann könnte der Einsatz dieses Markers die Behandlung der Patienten mit Residualtumor wesentlich erleichtern. Denkbar wäre dann der Verzicht auf die Operation bei einigen Nichtseminom-Patienten sowie der Verzicht auf aufwändige und strahlenintensive radiologische Untersuchungen bei Seminom-Patienten. Ziel des Projektes ist, den Nutzen der miR-371a-3p als Marker für die Beurteilung der Dignität von Residualtumoren nach Chemotherapie zu belegen. Insbesondere sollen die folgenden Hypothesen überprüft werden: 1. Ein erhöhter Serum-miRNA-Spiegels nach Chemotherapie ist gleichbedeutend mit Persistenz von vitalem Tumorgewebe. 2. Ein erhöhter miR-371a-3p-Spiegels nach Chemotherapie fällt ab nach entsprechender Therapie, z.B. nach der RTR. 3. Teratom im RTR-Resektat ist nicht durch einen erhöhten miRNA-Spiegel nachweisbar 4. Beim Seminom ist ein normwertiger miRNA-Spiegel nach Chemotherapie gleichbedeutend mit einem rezidivfreien Verlauf.

Micro-RNA-Nachsorge-Studie

Testikuläre Keimzelltumoren sind die häufigste Neoplasie bei jungen Männern zwischen 15 und 40 Jahren. Obwohl die Erkrankung gut therapierbar ist, treten Rezidive häufig auf, vor allem bei Patienten im klinischen Stadium 1 bei denen eine aktive Überwachung ohne adjuvante Chemotherapie durchgeführt wird). In der Nachsorge dieser Patienten werden Computertomographie bzw. MRT, sowie die klassischen Keimzelltumormarker AFP, bHCG und LDH eingesetzt, um mögliche Rezidive frühzeitig zu erkennen. Diese Verfahren weisen jedoch Nachteile auf, da sie den Patienten Strahlung aussetzen (Computertomographie) oder eine geringe Sensitivität für die Rezidiv-Erkennung aufweisen (klassische Keimzelltumormarker). Daher ist es wichtig, neue Verfahren zur Früherkennung von Rezidiven bei Patienten mit testikulären Keinzelltumoren zu evaluieren. In den letzten Jahren wurde die microRNA miR-371a-3p als Serum-Biomarker für die Primärdiagnose von testikulären Keimzelltumoren etabliert. Zudem konnte bei einer kleinen Anzahl an Fällen auch gezeigt werden, dass der Marker zuverlässig Rezidive erkennt, in manchen Fällen lange bevor diese anderweitig klinisch diagnostizierbar waren. Ziel des Projektes ist, den Nutzen der miR-371a-3p als Marker für Rezidive von testikulären Keimzelltumoren im klinischen Stadium 1 unter aktiver Überwachung (active surveillance) in einer prospektiven Langzeitstudie zu evaluieren.

Unsere beendeten Studien:

Diagnostik des Metastasierungsstatus anhand der Genexpression im testikulären Primärtumor

Die Computertomographie (CT) gilt als Goldstandard in der Bestimmung des Metastasierungsstatus beim Hodentumor. Metastasen werden als Raumforderung erkannt. Mikrometastasen in Lymphknoten können, bei fehlender Größenzunahme, bildgebend nicht von nicht metastasierten Stadien unterschieden werden. Etwa 30 % der Patienten im nicht metastasierten Stadium weisen eine Mikrometastasierung auf. Ein Erkennen der Mikrometastasen ist bis zum heutigen Tag nicht möglich. Ziel ist es, den Metastasierungsstatus nicht nur durch die Computertomographie erkennen zu müssen, sondern zusätzlich ein Genexpressionsmuster als ergänzende Diagnostik zu bestätigen. Dazu wird an so genanntem Überschussmaterial (ein geringer Teil des Tumor- und Normalgewebes, das im Rahmen der Operation entfernt wird) die Expression bestimmter Gene gemessen, um eine Assoziation von Genexpression und Metastasierung darzustellen. Das Projekt wird vom Bundesministerium der Verteidigung finanziell unterstützt.

Micro-RNA-Studie

Testikuläre Keimzelltumoren sind die häufigste Neoplasie bei jungen Männern zwischen 15 und 40 Jahren. Obwohl die Erkrankung gut therapierbar ist, treten Rezidive häufig auf, vor allem bei Patienten bei denen zu Gunsten einer aktiven Überwachung auf adjuvante Chemotherapie verzichtet wird. In den letzten Jahren wurde die microRNA miR-371a-3p als Serumbiomarker für die Primärdiagnose von testikulären Keimzelltumoren etabliert. Zudem konnte bei einer kleinen Anzahl an Fällen auch gezeigt werden, dass der Marker zuverlässig Rezidive erkennt, in manchen Fällen lange bevor diese anderweitig klinisch diagnostizierbar waren. Es ist daher das Ziel dieses Projektes den Nutzen der miR-371a-3p als Marker für Rezidive von testikulären Keimzelltumoren in einer prospektiven Langzeitstudie zu evaluieren.

NSR – Studie: Nationale Seminom Registerstudie

Die Nationale Seminom Registerstudie dient der Erfassung und strukturierten Nachsorge bei Seminomen im klinischen Stadium I. Die Studie nimmt keinen Einfluss auf die möglichen Therapieentscheidungen, sondern erfasst diese lediglich. Dokumentiert werden zusätzlich die Ergebnisse der Nachsorgen, welche die Patienten wie gewohnt bei ihrem niedergelassenen Urologen durchführen können. Das bringt für die Patienten eine erhöhte Sicherheit, da sie anhand des Nachsorgeheftes immer sehen können, wann die nächste Nachsorge ansteht. Das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg hat die meisten Patienten in diese Studie eingeschlossen.