Klinische Anästhesie

In der sog. klinischen Anästhesie dreht sich im Prinzip alles um die Narkose, die - im Zusammenhang mit den an unserem Haus vorgenommenen Operationen und diagnostischen Eingriffen - oft unumgänglich ist.

Unsere Abteilung ist verantwortlich für die Bereitstellung geeigneter Verfahren zur Narkoseführung für alle Fachabteilungen.

In 7 Operationssälen (gelegentlich auch in einer Ambulanz, im Fachzahnärztlichen Zentrum oder sonstigen diagnostischen Einrichtung, wie z.B. in der Röntgenabteilung), werden pro Jahr ca. 8000 Narkosen durchgeführt. Davon entfallen ca. 6000 auf die sog. Allgemeinanästhesie („Vollnarkose“). Weitere 2000 Anästhesien sind sogenannte Teil- und Regionalverfahren bzw. Kombinationsnarkosen.

(Gesamt: 8000 Anästhesien, davon 6000 „Vollnarkosen“, 700 Spinal- und 200 Peridural-Anästhesien [sog. rückenmarksnahe Anästhesie], 300 Nervenblockaden und 400 Kombinationsverfahren.

Prämedikation

Jede Narkose beginnt mit der Festlegung des geeigneten Narkoseverfahrens im Rahmen einer Visite durch einen erfahrenen Narkosearzt. Dieser Vorgang wird „Prämedikation“ genannt und findet i.d.R. in unserer Ambulanz statt.

In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch wird mit dem Patienten und der operierenden Fachabteilung das individuell gewünschte und/oder beste Narkoseverfahren festgelegt. Unsere Mitarbeiter verschaffen sich einen Eindruck vom jeweiligen Risikoprofil und führen evtl. weitergehende Untersuchungen mit dem Patienten durch. Einen hohen Stellenwert nimmt für uns in diesem Zusammenhang auch die Lösung des Schmerzproblems nach dem Eingriff ein. Das spiegelt sich in der Vielfalt der von uns angewendeten Verfahren wieder.

In den o.g. Zahlen verbergen sich daher auch sog. Katheterverfahren, welche die kontinuierliche Abgabe schmerzstillender Medikamente erlauben, ohne den Wachheitszustand unserer Patienten zu beeinträchtigen oder deren früher Mobilisation entgegen zu stehen.

Die Überwachung und Steuerung der Schmerztherapie, die sicherlich im Einzelfall auch ohne Operation angezeigt sein kann, erfolgt über unseren ständig verfügbaren Schmerzdienst.

Unser Ziel ist, dass unsere Patienten ihre Eingriffe mit der größten möglichen Sicherheit und Zufriedenheit, d.h. Schmerzfreiheit, hinter sich lassen können.

Narkoseführung

Während der Operation führen wir eine engmaschige, von z.T. aufwändig arbeitenden Apparaten unterstützte, Überwachung der wichtigsten Lebensfunktionen durch (Messung der Narkosetiefe in der Narkose, Bestimmung der Muskelspannung, Laborbestimmungen). Selbst kleine Veränderungen gegenüber dem gewünschten Zustand können so aufgedeckt und umgehend behandelt werden. Im Normalfall werden unsere Patienten nach der Operation noch für eine bestimmte Zeit im sog. „Aufwachraum“ betreut, bevor sie wieder auf die „Normalstation“ zurückverlegt werden können.

Aufwachraum

(Bei besonders aufwendigen Eingriffen mit hohem Risiko bzw. bei sehr kranken Patienten kann es allerdings sinnvoll sein, dass in die planerischen Vorbereitungen zur Operation auch schon der Aufenthalt auf der Intensivstation eingebunden wird.)

Der Aufenthalt im Aufwachraum folgt dem Ziel, das vollständige Aufklaren nach der Narkose sicher zu stellen, die Schmerztherapie vor der Verlegung optimal einzustellen, eventuelle Nebenwirkungen der Narkose zu behandeln (klassisches Beispiel: Unwohlsein), und auf erste, drängende Fragen zum Verlauf Auskunft geben zu können.

Im weiteren Verlauf nach der Operation kümmern wir uns nicht nur um unsere „Schmerzpatienten“, sondern erkundigen uns auch aktiv nach der Zufriedenheit mit unseren Leistungen.

Besonderheiten

Aufgrund unseres operativen Spektrums haben wir eine große Expertise auf dem Gebiet der komplexen Atemwegssicherung, da unsere Fachabteilungen für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ausgedehnte Tumoreingriffe durchführen.

Ebenfalls eine lange Tradition haben bei uns Kombinationsanästhesien bei großen Baucheingriffen, die sich in der Allgemein- und Thoraxchirurgie und der Urologie bestens bewährt haben.

In der Unfallchirurgie kommen häufig Katheterverfahren zur Nervenblockade zum Einsatz, die wir i.d.R. Ultraschall- gestützt anlegen.

Auch die kleinen Patienten gehören zum alltäglichen Bild, da insbesondere die HNO-Abteilung Patienten aller Altersklassen versorgt.