Operative Hörrehabilitation

Als Hörimplantate werden verschiedene Gerätesysteme bezeichnet, die ein beeinträchtigtes Gehör bei bestimmten Indikationen verbessern sollen und für die Anwendung dauerhaft implantiert werden. Je nach System erfolgt eine Implantation des kompletten Gerätes oder von Teilen des Systems. Häufig ist ein externes Gerät notwendig. Generell können die Hörimplantate in Schädelknochen- und Mittelohrimplantate unterschieden werden. Im Folgenden finden Sie einige mögliche Beispiele der Versorgung.

  • BAHA (Bone Anchored Hearing Aid) Systeme: BAHA-Geräte sind passive Knochenleitgeräte. Sie werden als „teilimplantiertbare“ Hörgeräte definiert. Ein externer Hörverstärker kann über eine Schnappkupplung befestigt werden.  
  • BAHA Attract: Ist ein nicht offenes System mit einem Haltemagneten unter der Haut. Eine durch die Haut penetrierende Schraube zur Ankopplung des Hörverstärkers entfällt. Da es mit elektrischer Signalverarbeitung wirkt, ist es im Gegensatz zum BAHA ein „aktives implantierbares medizinisches Gerät“ nach der AIMG-Richtlinie 90/385/EWG.
  • Bonebridge: Ist ein aktives Knochenleitungsimplantat-System. Es besteht aus dem extern getragenen Audio Processor und dem Implantat. Der Audio Processor wird außen an der Schädeldecke mit einem Magneten fixiert. Der Schall wird mittels  Knochenleitung direkt zum Innenohr übertragen, wo er wie normaler Klang verarbeitet wird.
  • Vibrant Soundbridge: Ist ebenso ein aktives Mittelohrimplantat. Es besteht aus dem extern getragenen Audio Processor und dem Implantat. Der Audio Processor wird außen an der Schädeldecke mit einem Magneten fixiert. Das Implantat enthält einen Empfänger und den  Schwingungskörper FMT (Floating Mass Transducer), welcher direkt an der Gehörknöchelkette fixiert wird.
  • Carina: Bei diesem System werden alle Teile (Mikrofon, Batterie, Audioprozessor und der Wandler) implantiert.

Das Cochlea-Implantat (englisch cochlear implant, CI) ist eine weitere Hörprothese, welche jedoch für ertaubte oder hochgradig schwerhörende Ohren eingesetzt wird. Grundvoraussetzung ein funktionierender Hörnerv. Im Gegensatz zu den bereits genannten Hörgeräten wird hierbei das Innenohr direkt stimuliert.

Das CI-System besteht aus einem Mikrofon, einem digitalen Sprachprozessor, einer Sendespule mit Magnet und dem eigentlichen Implantat, das sich aus einem weiteren Magneten, einer Empfangsspule, dem Stimulator und dem Elektrodenträger mit den Stimulationselektroden zusammensetzt. Die Elektrode wird in die Cochlea (Hörschnecke) eingeführt. Die Empfangsspule wird hinter dem Ohr unter der Haut platziert. Die Sendespule des Prozessors haftet mit Hilfe der Magneten auf der Kopfhaut über der Empfangsspule des Implantats. Die Spannungsversorgung des Implantats erfolgt durch die Kopfhaut mittels elekromagnetischer Induktion. Die Signalübertragung erfolgt mit Hochfrequenzwellen.