Bischöfin Fehrs zu Besuch in Hamburg

Eine grüne Wolke steht auf dem Übungsplatz in Hagenow. Es ist „unchristlich“ früh, Morgennebel liegt noch über den Wiesen und Wäldern. Mitten in dieser Menge von in grünes Flecktarn gekleideten Soldatinnen und Soldaten von der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg ein schwarzer Fleck, ins Gespräch vertieft. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, redet mit Soldatinnen und Soldaten über ihre eigenen Eindrücke und hört ihren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern vor allem auch zu. Worum geht es diesen Menschen, die häufig nicht im Zentrum der kirchlichen Öffentlichkeit stehen, will Fehrs wissen. Begleitet wird Fehrs von Militärgeneraldekan Matthias Heimer, dem Leiter des Evangelischen Kirchenamtes für die Bundeswehr. Zuvor hatten beide mit Militärpfarrer Pater Dr. Peter Henrich, Militärdekan ThDr. Michael Rohde und Praktikantin Fee Meyer-Himstedt einen Feldgottesdienst unter freiem Himmel am extra für diesen Anlass aufgestellten Birkenkreuz gefeiert.

Kirsten Fehrs ist seit 2016 Vorsitzende des Beirates der Ev. Seelsorge in der Bundeswehr. „Mir ist es wichtig, auch vor Ort zu erfahren, wie es den Soldatinnen und Soldaten geht und wo ihre persönlichen Herausforderungen, aber auch die Herausforderungen für die evangelische Seelsorge in der Bundeswehr liegen.“ Oberst Lothar Dobschall, Leiter des Studierendenbereichs der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg, erklärt der Bischöfin die Ausbildungsvorhaben: „Ich finde es toll, dass Sie sich selbst ein Bild machen und unsere Arbeit kennen lernen wollen.“

Im Anschluss besuchte Fehrs das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg. Generalarzt Dr. Joachim Hoitz freute sich über den Besuch. „Es ist uns eine Ehre, dass Sie uns besuchen.“ Zugleich lobte Hoitz die gute Zusammenarbeit mit der Krankenhausseelsorge in seinem Haus. „Wir sind hier sehr gut aufgestellt!“ In Ergänzung zu den beiden evangelischen und katholischen Militärgeistlichen, die im Bundeswehrkrankenhaus seelsorgerlich arbeiten, wird die Hälfte einer halben Diakonenstelle in der evangelischen Krankenhausseelsorge durch den Kirchenkreisverband Hamburg, die andere Hälfte aus Mitteln der Ev. Seelsorge für die Bundeswehr finanziert. Besonders beeindruckt war Bischöfin Fehrs vom Raum der Stille und vom Raum des Abschieds, die mit Hilfe der Hamburger Künstlerin Kerstin Carbow durch das Bundeswehrkrankenhaus und die evangelische bzw. katholische Militärseelsorge eingerichtet worden sind. „Das sind sehr würdige Orte für die persönliche Andacht und zum Abschiednehmen“, konstatierte Fehrs.

„Blutig“ wurde es dann, als Fehrs bei einer Vorführung im Ausbildungs- und Simulationszentrum der Schnellen Eingreifkräfte Sanität sehen konnte, wie Soldatinnen und Soldaten unter der Leitung von Kapitänleutnant Mario Bleiber für notfallinvasive Maßnahmen im Auslandseinsatz qualifiziert werden. „Für mich wäre das jetzt nichts!“ sagte Fehrs mit einem augenzwinkernden Lächeln.

Insgesamt zog Fehrs ein sehr positives Fazit ihres Besuchs: „Ich bin dankbar, dass ich diese Arbeitsbereiche kennenlernen kann. Schön, dass die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Bundeswehr hier in dieser vertrauensvollen Weise stattfindet. Denn die Seelsorge an Soldatinnen und Soldaten ist heute vielleicht wichtiger denn je.“

Autor: ThDr. Michael Rohde