Einweihung Raum des Abschieds

Sterben und Tod sind Themen, mit denen sich viele Menschen nur ungern freiwillig beschäftigen. „Hoffentlich bleibt das weit von mir weg!“ denken einige. Doch dann trifft es uns Menschen, manchmal schockierend überraschend, manchmal schon eher länger erwartet. Wir müssen Abschied von Menschen nehmen, die uns wichtig waren und die uns ein Stück unseres Lebensweges begleitet haben. Jetzt ist es an uns, die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Häufig beginnt dieser letzte Weg im Krankenhaus. Es ist wichtig, den Angehörigen und auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer solchen Institution die Möglichkeit zu geben, sich in einem würdigen, ruhigen Rahmen verabschieden zu können.

Dieser Herausforderung hat sich die katholische und evangelische Militärseelsorge des Bundeswehrkrankenhauses in Hamburg gestellt. Nachdem vor drei Jahren der Raum der Stille eingeweiht worden war, begannen bald darauf die ersten Planungen für einen „Raum des Abschieds“. Wichtig war allen Beteiligten die inhaltliche und gestalterische Verbindung zwischen diesen beiden Räumen, die sich auch schon in der Namensgebung widerspiegelt. Wie schon der Raum der Stille wurde auch der Raum des Abschieds durch die Hamburger Künstlerin Kerstin Carbow gestaltet. Vielfältige Absprachen und Diskussionen führten schließlich zu drei quadratischen Gemälden, quasi einem „Hochkant-Triptychon“, eingebettet in ein behütendes Halbrund.

Das Bundeswehrkrankenhaus sorgte für die Infrastruktur dieses Raumes, die Kosten für die übrige Ausgestaltung übernahmen die Evangelische und die Katholische Militärseelsorge. Pastoralreferent Ludger Nikorowitsch, Diakon Johann Karnatz und Militärdekan ThDr. Michael Rohde freuten sich sehr, dass das Projekt trotz aller Stolpersteine realisiert werden konnte. Die Finanzierung der künstlerischen Ausgestaltung wurde durch den Einsatz von Kirchensteuermittel evangelischer und katholischer Soldaten möglich, d. h. durch den Handlungsbereich Evangelische Seelsorge in Bundeswehr, also dem evangelischen Militärbischof, und der Katholischen Soldatenseelsorge. Daneben ist die Fertigstellung vor allem auch dem vielfältigen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundeswehrkrankenhauses zu verdanken. Unterstützt wurde die Einrichtung des Raumes auch mit Finanzmitteln des Kirchenkreisverbandes Hamburg. Mit vielfältigen, kreativen Ideen und Durchhaltewillen wurde gemeinsam ein Raum geschaffen, der dem Abschiednehmen einen angemessenen Rahmen verleiht.

Generalarzt Dr. med Joachim Hoitz, Chefarzt des Bundeswehrkrankenhauses, freute sich dann auch darüber, dass dieser Raum jetzt auch seiner Bestimmung übergeben werden konnte. „Letztlich zeigt sich im Umgang mit dem Thema Sterben und Tod die Einstellung unserer Gesellschaft. Jetzt ist hier ein Ort geschaffen, der für die Angehörigen, aber auch für die Mitarbeitenden hier im Haus eine wichtige Bedeutung haben wird.“ 

 

Text: Michael Rohde

Fotos: Karl-Heinz-Busche