Fortbildung Klinisches Ethikkomitee

Klinische Ethikkomitees, kurz KEK, werden in Krankenhäusern von Pflegekräften und Ärztinnen und Ärzten in der Regel dann um Unterstützung gebeten, wenn es in der Behandlung von Patientinnen und Patienten zu ethisch schwierigen Entscheidungen kommt.

So kann sich in Grenzbereichen des Lebens für die Angehörigen aber auch für das medizinische Fachpersonal die Frage stellen, wie der Patient oder die Patientin weiter therapiert werden soll, z.B. durch eine Maximaltherapie, die „alles medizinisch Mögliche“ anwendet bis hin zu Wiederbelebungsmaßnahmen oder Beatmungstherapien, oder eine palliative Versorgung, die vor allem Symptome zu lindern versucht und versucht, dem Kranken so ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Es sind häufig äußerst komplizierte Sachverhalte, mit denen die Mitglieder der KEKs konfrontiert sind. Umso wichtiger ist es, sich in solchen ethischen Fragestellungen fortzubilden.

Das Klinische Ethikkomitee am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg unter dem Vorsitz von Oberfeldarzt Dr. Nicole Müller traf sich zu einer solchen Fortbildung Anfang Oktober im Bischof-Hermann-Kunst-Haus, dem Haus der Evangelischen Militärseelsorge Hamburg.

Militärdekan ThDr. Michael Rohde hatte seine Kolleginnen und Kollegen aus dem KEK eingeladen, um zusammen mit der Leiterin der Arbeitsstelle für Ethik im Gesundheitswesen des Kirchenkreisverbandes Hamburg, Professorin Dr. Ruth Albrecht, zum Thema „Moderation von ethischen Fallbesprechungen“ zu arbeiten. Nach einem kurzen Überblick über die Informationsmöglichkeiten diskutierte die Gruppe lebhaft und konstruktiv unter anderem die Frage, ob ein Klinisches Ethikkomitee primär einen Moderations- oder einen Votumsauftrag, d.h. einen Auftrag zur Abgabe einer Stellungnahme zu einer ethischen Problematik habe.

Neben der fachlichen Diskussion spielte auch das persönliche Kennenlernen der einzelnen Mitglieder des Komitees, das aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachkräften, Mitarbeitenden der militärischen und zivilen Verwaltung, einer Sozialarbeiterin und einem Militärseelsorger, einem beratenden Rechtsanwalt und einem Hamburger Bürger besteht, eine wichtige Rolle. Nach diesem erfolgreichen Seminar freuen sich die Mitglieder neben der regelmäßigen Arbeit im Bundeswehrkrankenhaus auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Text: Heike Haße