Leben trotz Tod: Ethiktag im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Am 16. April 2015 fand am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg eine Ganztagesveranstaltung zum Thema „Leben trotz Tod: Ethische Aspekte des Organspendeprozesses“, statt. Die vom Klinischen Ethikkomitee ausgewählte Themenstellung bot das Forum für einen kontrovers und intensiv diskutierten Austausch.

Der Erfolg gab den Organisatoren Recht: über 100 Mitarbeiter und Teilnehmer aus unterschiedlichsten Arbeitsbereichen folgten der Einladung zu dieser innovativen Veranstaltung, die von der Evangelischen Militärseelsorge und vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg inhaltlich und finanziell unterstützt wurde, um sich näher mit einem sonst häufig tabuisierten Thema zu beschäftigen. „Unser Ziel ist es hier nicht, jemanden davon zu überzeugen, Organspender zu werden. Vielmehr wollen wir die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit diesem Thema anregen, um durch Information und Diskussion die persönliche Entscheidung pro oder contra Organspende zu erleichtern“, so Oberfeldarzt Dr. Nicole Müller, Vorsitzende des klinischen Ethikkomitees.

Zum Thementag „Leben trotz Tod“ hatten die Mitglieder des klinischen Ethikkomitees Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen. Die Veranstaltung bildete ein Forum, in dem neben Mitarbeitern der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) auch Fachkrankenpflegepersonal und Fachärzte der Bundeswehrkrankenhäuser Hamburg und Berlin sowie ein Vertreter der Militärseelsorge die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutieren konnten. Einen besonderen Einblick in ihre Lebens- und Gefühlswelt gestatteten dem Auditorium die  Mutter eines Spenders und sowie die Empfängerin einer Organspende.

Beeindruckend war ebenfalls die Diskussionsbereitschaft der Teilnehmenden, die viele Positionen und Aussagen der Referentinnen und Referenten kritisch hinterfragten. „Insgesamt war es ein sehr gelungener Tag, der Lust auf ähnliche Veranstaltungen macht!“, fasste Militärdekan Dr. Michael Rohde die Veranstaltung zusammen.

Text: Christoph Gahrns