Premiere für Lehrgang am Fachbereich Tropenmedizin

Vom 05. bis 09. Oktober 2015 wurde am Fachbereich Tropenmedizin am Bernhard-Nocht-Institut, Bundeswehrkrankenhaus Hamburg, der englischsprachige Pilotkurs „Management of Infectious Diseases during Missions (MIDDM)“ durchgeführt. Der Kurs steht unter der Schirmherrschaft des Nato Center of Excellence for Military Medicine (MilMedCOE). Der aktuelle Pilotdurchgang wurde von internationalen Beobachtern aus NATO-Partnerstaaten mit infektiologischer und tropenmedizinischer Expertise evaluiert. Zudem wurde der Kurs im Rahmen bilateraler Austauschprogramme von hochrangigen Vertretern des tunesischen und indonesischen Sanitätsdienstes begutachtet.

Schwerpunkte des Kursprogramms waren neben Grundlagen der Infektiologie mit besonderem Fokus auf tropischen Infektionskrankheiten einschließlich der medizinischen Insektenkunde auch Aspekte des Infektionsschutzes, der Force Health Protection (militärischer Gesundheitsschutz) und Präventivmedizin, der Tropen- und Einsatzhygiene sowie der Barrierepflege. Neben den Schlüsselvorträgen wurde das Programm durch praktische Elemente aufgelockert, darunter die Unterweisung in Barrierepflege für das Management hochkontagiöser Erkrankungen, ein Mikroskopierpraktikum mit Schwerpunkt Malaria-Diagnostik sowie problem- und fallorientiertes Lernen einschließlich interaktiver Kasuistiken. Icebreaker und Kursabend ermöglichten zudem den internationalen Erfahrungsaustausch in geselliger Runde.

Angesichts der ausnahmslos sehr positiven Rückmeldungen der Kursteilnehmer steht zu erwarten, dass dieser Kurs unter Schirmherrschaft des MilMedCOE auch in den kommenden Jahren weiter einem breiten Publikum aus unseren NATO-Partnernationen sowie anderen Nationen im Rahmen bilateraler Austauschprogramme angeboten werden kann. Zielgruppe dieses Basiskurses sind insbesondere junge, in der Tropenmedizin noch unerfahrene Sanitätsoffiziere (OF-2, OF-3). Der Kurs soll ihnen ermöglichen, vor ersten Auslandsverwendungen in den Tropen die Berührungsängste vor tropischen Infektionskrankheiten zu verlieren, Infektionsrisiken rational einzuschätzen und bei Kontakt mit (hoch-)kontagiösen Patienten einen zweckmäßigen Kompromiss im Spannungsfeld zwischen notwendigem Selbst- und Kameradenschutz und medizinisch angezeigten Behandlungsmaßnahmen zu finden.