Seelsorge-Angebot am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg bei Tag und Nacht

Verlässliche Rufbereitschaften sind im Krankenhausbetrieb selbstverständlich. Jede Patientin und jeder Patient hat Anspruch auf die optimale medizinische Versorgung, egal, zu welcher Zeit er die Notaufnahme eines Bundeswehrkrankenhauses betritt. Ausgeklügelte und zum Teil immer wieder neu zu adaptierende Schichtpläne ermöglichen es den verantwortlichen Medizinerinnen und Medizinern sowie den Pflegekräften, diese Herausforderung in ihr privates Leben und in ihren sonstigen Dienstalltag zu integrieren.

Porträt des Militärdekan ThDr. Michael Rohde (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr)

Häufig besteht der Bedarf der Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen allerdings nicht nur in der medizinischen Versorgung, sondern auch in der seelsorgerlichen Begleitung, besonders in den Grenzsituationen des Lebens: in der Sterbebegleitung, in der Trauerarbeit, nach der Übermittlung von bedrückenden und beängstigenden Diagnosen, in der Suche nach dem offenen Ohr. Dazu kommt der Reflexions- und Unterstützungsbedarf der medizinischen Fachkräfte, die vor Ort arbeiten.

Das Seelsorgeteam, das die Rufbereitschaft rund um die Uhr ermöglicht. (Quelle: Sanitätsdienst Bundeswehr/)

Alle diese hier nur summarisch aufgeführten Aufgaben richten sich – selbstverständlich – nicht nach den Kerndienstzeiten, können und sollen in akuten Fällen auch keine Rücksicht auf Sonn- oder Feiertage nehmen. Nötig ist also eine Verfügbarkeit dieser Unterstützungsmöglichkeiten 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, und dies das ganze Jahr. Davon ausgehend, dass mindestens fünf bis sieben – je nach Berechnungsgrundlage und Aufgabenstellung – Personen nötig sind, um eine solche dauernde Erreichbarkeit gewährleisten zu können, wird schnell klar, dass mit zwei 50 Prozent (evangelisch und katholisch) und einer 25 Prozent (evangelisch) Stellen im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg diese Verlässlichkeit nicht gewährleistet werden kann.

Die Hansestadt Hamburg verfügt über eine relativ hohe Dichte an Krankenhäusern, die von Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorgern, auf evangelischer Seite organisiert im Kirchenkreisverband Hamburg, seelsorgerlich begleitet werden. Weil die oben beschriebene Problematik in fast allen Häusern vorhanden ist, haben sich die Krankenhausseelsorgerinnen und Krankenhausseelsorger aus dem Schönklinikum Eilbek, der Asklepios Kliniken St. Georg und Wandsbek sowie dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg zu einem Rufbereitschaftsverbund zusammengeschlossen, der die verlässliche, kurzfristige Erreichbarkeit, auch während der Wochenenden, garantiert.

Die dienstlichen Telefonanschlüsse werden an eine zentrale, extra dafür eingerichtete Nummer und von dort auf die entsprechenden Mobiltelefone weitergeleitet, bzw. die Erreichbarkeiten der diensthabenden Seelsorgerinnen und Seelsorger werden in den jeweiligen Einrichtungen bekannt gegeben. Somit ist die Erreichbarkeit – besonders auch an den Wochenenden – verlässlich gewährleistet. Für die zum Teil nur mit geringem Stellenumfang arbeitenden Kolleginnen und Kollegen, die seit Juli 2016 in einem achtköpfigen Rufbereitschaftsteam arbeiten, bedeutet diese Zusammenarbeit eine fundamentale Entlastung an den „freien“ Wochenenden, verbunden allerdings auch mit einer höheren Belastung und vermehrten Einsätzen an den jeweiligen Dienst-Wochenenden. Erste Erfahrungen zeigen die Zweckmäßigkeit des Systems, die auch durch die Erweiterung des Horizonts sowohl in Richtung zivil geführte, als auch in Richtung militärisch geleitete Häuser einen besonderen Reiz erhält.

 

Autor: Militärdekan ThDr. Michael Rohde, Ev. Militärpfarramt Hamburg I