Ein weiterer Meilenstein ist erreicht

220 Millionen Euro investiert die Bundeswehr insgesamt in den nächsten Jahren für Umbau und Modernisierung des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg. Diese Großinvestition wird die medizinische Versorgung in der Hansestadt verbessern sowie hochwertige Arbeits- und Ausbildungsplätze in Hamburg schaffen und erhalten. Im Oktober 2014 liefen die Bauarbeiten an. Jetzt wird ein nächster Meilenstein erreicht: Der „Technische Rücken“ geht in den Bau.

Im Rahmen der Modernisierung des Krankenhauses wird auch die Betriebstechnik der Liegenschaft komplett erneuert. Dazu zählen auch Wärmeerzeugungsanlagen, Notstromaggregate und die Stromverteilerstationen in der Liegenschaft. Die bestehenden Anlagen haben ihr Lebensalter erreicht und sind auf die Bedürfnisse des zukünftigen Krankenhausbetriebes nicht ausgelegt. Im August 2016 begann die Verlegung neuer Versorgungsleitungen und Leerrohre, natürlich bei laufendem Krankenhausbetrieb. Allein für diese Maßnahme werden rund 8,5 Millionen Euro investiert. 


Neben der Versorgungstrasse werden auch neue Technikgebäude errichtet. Das Rückgrat der Medienversorgung im Krankenhaus bilden eine moderne Notstrom- und die neue Wärmeerzeugungszentrale. Auch eine Zentrale für die Gebäudeleittechnik gehört zu diesem wichtigen Technik-Ensemble. Daher wurde dieser Bereich „Technischer Rücken“ getauft.

Die Planungen für die Gebäude waren sehr komplex. Mit Schallschutzgutachten musste sowohl die nahe Wohnbebauung als auch das Krankenhaus selbst betrachtet werden. Hier gelten noch höhere Grenzwerte als im Bereich der Wohnbebauung. In den Technikgebäuden werden daher verschiedene Schalldämpfer- und Absorbersysteme eingebaut, um alle gesetzlichen Lärmgrenzwerte einzuhalten. Eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung mit artenschutzrechtlicher Betrachtung sowie weitere Gutachten, zum Beispiel zur Höhe der Schornsteine, waren notwendig, damit die Bau- und Betriebsgenehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erteilt werden konnte.

Es bedarf allein vier Stromgeneratoren, um den Notbetrieb des Krankenhauses aufrecht zu halten. Hinzu kommt eine komplizierte Steuerungs- und Regeltechnik. Diese wird die Ersatzstromversorgung in unter 15 Sekunden nach Stromausfall sicherstellen.

Drei Wärmeerzeuger und zwei Blockheizkraftwerke werden gebraucht, um die erforderliche Heizwärme für das Krankenhaus bereitzustellen. Die Blockheizkraftwerke bedeuten auch ökologisch einen Quantensprung für das Haus. Mittels Kraft-Wärme-Kopplung entsteht Strom sozusagen als „Abfallprodukt“ der Wärmeerzeugung. Dieser wird vollständig durch das Krankenhaus verbraucht. Damit werden nicht nur die Betriebskosten deutlich reduziert, sondern auch die öffentlichen Netze der Freien und Hansestadt Hamburg entlastet.

13,6 Millionen Euro werden für die neuen Technikgebäude investiert. Der Baubeginn wird in der zweiten Septemberhälfte erfolgen. Ab Mitte 2019 soll er in Betrieb gehen, der neue „Technische Rücken“ des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg.