Ein Besuch von Annelise

Bell UH-1D besucht das Bundeswehrkrankenhaus (BwK) Hamburg. Kaum ein anderer Hubschraubertyp ist bekannter als der sog. „Teppichklopfer“, die UH-1D der deutschen Bundeswehr, wie sie im Volksmund genannt wurde. Den Namen ergab sich aus dem „Flap-Flap-Flap“-Geräusch des Zweiblattrotors. Der umfangreiche Einsatz des Hubschraubertyps bei der Bundeswehr umfaßte auch die Such- und Rettungseinsätze an verschiedenen Standorten im Bundesgebiet. Beim BwK Hamburg wurde die UH-1D von Juli 1973 bis Januar 2006 eingesetzt. In dieser Zeit absolvierten die Retter insgesamt 59288 Luftrettungseinsätze mit hoher Einsatzbereitschaft.

Diese Rettungseinsätze waren letztendlich Bestandteil der beliebten Fernsehserie „Die Rettungsflieger“, die in 10 Jahren bis 2007 und auch danach in Wiederholungen viele Zuschauer begeisterte. Das Drehteam gab dem Hubschrauber den Spitznamen „Anneliese“.

2021 soll nun das Jahr sein, in dem die UH-1D den Dienst in der Bundeswehr beschließt. Aus diesem Anlaß findet u.a. eine „Good Bye Tour“ durch Deutschland statt. Die Besatzung der sonderlackierten 73+08 hatte sich sehr viel vorgenommen und besuchte auf ihrem Flug durch die Republik am 18. Mai 2021 das BwK in Hamburg. Ungefähr 15 Jahre nach ihrem letzten Start dort, schwebte wieder eine UH-1D auf den Landeplatz am Krankenhaus ein.

Allen Beteiligten war bewußt, es handelt sich hierbei um einen historischen Moment. Das bestätigte auch Oberstarzt Daniel als er die Besatzung empfing. Nach der Übergabe eines Gastgeschenkes bemerkte Oberstarzt Daniel in einer Rede, er sei emotional berührt gewesen, als er das charakteristische Geräusch des sich nähernden Hubschraubers gehört hat. Es habe ihn an seine Dienstzeit auf und mit dem Hubschrauber erinnert. Ein Umstand, den sicher alle Anwesenden nachvollziehen konnten.

Das BwK Hamburg ehrt mit einer „Anneliese“ den Dienst der Rettungsflieger und die Opfer eines Flugunfalls mit dem Hubschrauber aus dem Jahre 2002. Diese Ehrung läßt den Hubschrauber weiterhin in Hamburg präsent sein. Aber nicht nur das, es ehrt den Dienst der Flugretter auch Heute und in der Zukunft.

Nach einer Stunde Aufenthalt startete der „Teppichklopfer“ wieder und sein „Klopfen“ verschwand in Richtung Nordwesten und damit für immer aus Hamburg.

Autor/Fotos: Richie Becke