Welttag der Patientensicherheit im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Am 17. September 2020 fand unter dem Motto „Mach dich stark für Patientensicherheit“ der Welttag der Patientensicherheit statt. Als Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. beteiligte sich auch das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg (BwKhrs) ganztägig mit unterschiedlichen Aktionen vorrangig für das Personal, aber auch für die Patientenschaft daran. Initiator des Aktionstages ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Im Fokus für das Personal standen an diesem Tag Achtsamkeitstrainings sowie eine Ausstellung zum Thema Mitarbeitersicherheit. Neben einem Stand der Krankenhaushygiene zum Thema Händehygiene & Besonderheiten während der Corona-Pandemie wurden Aspekte der Medizintechnik, des Arbeitsschutzes und der Informationstechnologie zum Thema Sicherheit präsentiert. Neben Rückenschmerzsimulator, Balancetraining, Nintendo Wii oder Infos zu Cyberattacken wurde ein Brand simuliert.

Das hauseigene Simulationszentrum präsentierte sich in neuen Räumlichkeiten und zeigte einen Kurzfilm zum Thema Patientensicherheit. Im "Room of Horror", einem für Trainingszwecke vorbereitetem Patientenzimmer, war das Personal aufgefordert, Risiken und Gefahren für einen Patienten zu erkennen. Dazu wurde ein realistischer Fall inszeniert. Im Trainingsraum "Medikation" wurde ebenfalls anhand von Übungsszenarien auf mögliche Gefahren beim Stellen und Vorbereiten von Arzneimitteln aufmerksam gemacht.

Den Fokus für die Patientenschaft und deren Angehörige bildeten verschiedene Aktionsposter, sogenannte One Minute Wonder, in den Wartebereichen sowie Broschüren und Flyer zum Thema Patientensicherheit. Unter anderem erhielt jeder stationäre Patient mit dem Frühstück oder bei der Aufnahme die Broschüre des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. „Sicher im Krankenhaus“. Die Krankenhaushygiene zeigte den Probanden mittels einer Schwarzlichtbox, wie Hände richtig eingerieben und desinfiziert werden.

Admiralarzt Dr. med. Knut Reuter, Kommandeur und Ärztlicher Direktor des BwKhrs, wertete den Aktionstag als vollen Erfolg und lobte via Podcast das Engagement des Personals sowie der Organisatoren aus dem Haus.

Weitere Informationen und Hinweise

Die Krankenhausleitung des BwKhrs ist der Überzeugung, dass die Umsetzung der Empfehlungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit dazu beiträgt, die Patientensicherheit zu erhöhen. Dazu gehören zum Beispiel die Patientenidentifikation, die mittels Verwendung und Nutzung eines individuellen Patientenidentifikationsarmbandes via Barcode etabliert ist.

Desweitern die Sturzprophylaxe zur Vermeidung von Stürzen. Pflegedienstleitung und Pflegepersonal sind bereits bei der Aufnahme von Patienten bestrebt, potentielle Risiken frühzeitig zu erkennen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten. Höhenverstellbare Betten mit Seitengittern stehen im gesamten Krankenhaus zur Verfügung. Zusätzlich können Sturzmatten vor den Betten oder rutschfeste Socken bereitgestellt werden. Die Möglichkeit von einer indirekten Beleuchtung während der Nacht soll ebenfalls helfen, Stürze zu vermeiden und so die Patientensicherheit zu erhöhen.

Fester Bestandteil im BwKhrs ist das Team-Time-Out-Verfahren. Die Empfehlungen vom „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ sehen fünf Stufen zur Vermeidung von Eingriffsverwechslungen vor:

1. Aufklärung und Identifikation des Patienten (Namensarmbänder für alle Patienten)

2. Markierung des Eingriffsortes

3. Einschleusecheck

4. Identifikation des richtigen Patienten für den richtigen Operationssaal

5. „Team-Time-Out“ der an der Operation beteiligten Spezialisten

Die kontinuierliche Durchführung des Team-Time-Out im täglichen OP-Arbeitsalltag ist nur durch ein hohes Maß an Disziplin aller Mitarbeitenden im OP sicherzustellen. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird bei internen Audits überprüft, ob das Verfahren kontinuierlich Anwendung findet und ob die Maßnahmen zur Patientensicherheit ausreichen. Des Weiteren gehört stetige Weiterbildung, Qualifizierung und Sensibilisierung des Personals zum gelebten Krankenhausalltag im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg.

(Text: Andreas Rasche / Fotos: Bundeswehr)

Im "Room of Horror", einem für Trainingszwecke vorbereitetem Patientenzimmer, war das Personal aufgefordert, Risiken und Gefahren für einen Patienten zu erkennen (Foto: Bundeswehr, Sandra Herholt)

Auch das zivile und nicht medizinisch-pflegerische Personal war beteiligt (Foto: Bundeswehr, Sandra Herholt)

Finde den Fehler: Im Bereich Medizintechnik, Arbeitsschutz und Informationstechnologie mussten die Teilnehmenden erkennen, welche Sicherheitsaspekte relevant sind (Foto: Bundeswehr, Sandra Herholt)

Balancetraining via Nintendo Wii (Foto: Bundeswehr, Ulrike Runge)

Auswertung der gefundenen Fehler im "Room of Horror" (Foto: Bundeswehr, Sandra Herholt)

Brandschutzübung im simulierten Patientenzimmer und Rettung eines Patienten (Foto: Bundeswehr, Sandra Herholt)

Auch wenn der Monitor Feuer fängt: Immer einen kühlen Kopf bewahren (Foto: Bundeswehr, Sandra Herholt)

Teamarbeit erleichtert die Fehlersuche im "Room of Horror" (Foto: Bundeswehr, Nils Rößler)